Sie sorgen für eine Extraportion Festtagsstimmung: Weihnachtsgedichte berühren unsere Seele und wecken Kindheitserinnerungen an fröhlich-feierliche Stunden mit der Familie. Sicher geht auch Ihnen das Herz auf, wenn die Kleinen vor dem festlich geschmückten Tannenbaum stehen und mit leuchtenden Bäckchen ein Gedicht vortragen. Da kann es schon mal vorkommen, dass selbst das sonst so starke Geschlecht schwach wird und Papa und Opa Tränchen in den Augen haben.

Weihnachtsgedichte - gehören zu Weihnachten wie der Weihnachtsbaum

© istock.com/RichVintage

Wie der Geschmack von Christstollen, der Geruch von Lebkuchen und der Klang von Weihnachtsliedern sind stimmungsvolle Gedichte für viele Familien ein unverzichtbarer Bestandteil der Weihnachtszeit. Besonders die Klassiker unter den Gedichten, die so manch einer als Kind auswendig gelernt hat, verbreiten alle Jahre wieder ihren weihnachtlichen Zauber.

Wer kennt es nicht: Das bekannte Gedicht von Theodor Storm, in dem sich Knecht Ruprecht und das Christkind in Reimform über das bevorstehende Weihnachtsfest austauschen. Oder auch das Gedicht vom lieben, guten Weihnachtsmann, das schon die Kleinsten dank seiner Kürze schnell erlernen können, ist gerade bei Kindern beliebt.

Neben den Klassikern gibt es auch zahlreiche moderne Weihnachtsgedichte von zeitgenössischen Autoren. Und wer es lustig mag, darf sich zum Fest des Herrn gerne an humorvollen Zeilen erfreuen. Ob Weihnachtsgedichte nun kurz oder lang sind, zu den besinnlichen Klassikern zählen oder mit einer Prise Humor gewürzt sind – schöne Gedichte sind immer eine passende Untermalung für die Weihnachtszeit. Wir möchten Ihnen im folgenden Artikel die schönsten Weihnachtsgedichte vorstellen und wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen, Vortragen und Zuhören!

Es weihnachtet sehr! Klassische Weihnachtsgedichte

Seit Generationen ist dieses Gedicht von Theodor Storm in vielen Weihnachtszimmern zuhause:

Von drauß‘ vom Walde komm ich her;
ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!

 

So lauten die ersten Worte von Knecht Ruprecht, der im 19. Jahrhundert noch gemeinsam mit dem Christkind für die Verteilung der Geschenke zuständig war. Ob die Kinder Äpfel, Nuss und Mandelkern oder aber die Rute verdient hatten, entschied die Antwort auf die Frage: Sind’s gute Kind sind’s böse Kind? Hier finden Sie alle sechs Strophen dieses alten Gedichts.

Auch das folgende Gedicht ist ein bekannter Klassiker und sollte bei keinem Weihnachtsfest fehlen. Wegen seiner Kürze und der einfachen Reime eignet es sich hervorragend zum Vortragen am Heiligen Abend!

Lieber, guter Weihnachtsmann,
zieh die langen Stiefel an,
kämme deinen weißen Bart,
mach‘ dich auf die Weihnachtsfahrt.

Komm‘ doch auch in unser Haus,
packe die Geschenke aus.
Ach, erst das Sprüchlein wolltest du?
Ja, ich kann es, hör mal zu:

Lieber, guter Weihnachtsmann,
guck mich nicht so böse an.
Stecke deine Rute ein,
will auch immer artig sein!

 

Ein weiteres kindgerechtes Gedicht stammt von der deutschen Autorin Anne Ritter und zählt mittlerweile auch zu den Klassikern unter den Weihnachtsgedichten:

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee,
mit rotgefrorenem Näschen.

Die kleinen Hände taten ihm weh,
denn es trug einen Sack, der war gar schwer,
schleppte und polterte hinter ihm her.

Was drin war, möchtet ihr wissen?
Ihr Naseweise, ihr Schelmenpack –
denkt ihr, er wäre offen der Sack?

Zugebunden bis oben hin!
Doch war gewiss etwas Schönes drin!
Es roch so nach Äpfeln und Nüssen!

 

Eine richtige Geschichte erzählt Jens Paul Richter in seinem Gedicht vom Pfefferkuchenmann. Hier geht es darum, wie der große, prächtige Mann aus Lebkuchen langsam verschwindet. Was Onkel Heller und sein Patenkind Fritz damit zu tun haben, können Sie und Ihre Kinder hier nachlesen.

Moderne Weihnachtsgedichte

Lustige Weihnachtsgedichte

© istock.com/maxsaf

Moderne Weihnachtsgedichte sind oft innovativer und weichen oft von der üblichen Gestalt eines Weihnachtsgedichts ab, ob von der Form oder vom Inhalt.

In dem Gedicht vom eingesparten Weihnachtsmann berichtet der Autor Horst Winkler, wie selbst der wichtigste Mann der Weihnachtszeit unter den öffentlichen Sparmaßnahmen leidet. Das Stück Gesellschaftskritik zur Weihnachtszeit finden Sie auf dieser Seite.

In der Kürze liegt die Würze, dachte sich der Schriftsteller Holger Monschau, als er das folgende Weihnachtsgedicht verfasst hat, das übrigens auch prima auf Weihnachtsgrußkarten passt:

 

Was ist Weihnachten?
Es ist die Zeit,
für Zärtlichkeit,
für Wahrheit,
zu jeder Zeit.

 

Ebenfalls ein kurzes Weihnachtsgedicht stammt von dem zeitgenössischen Autoren Hans-Peter Kraus. Er vergleicht das Fest der Liebe mit dem Traum vom kindlichen Paradies:

Weihnachten ist der Traum

Als moderner Klassiker gilt auch das Gedicht „Der Stern“ von Wilhelm Busch. Der bekannte Schriftsteller zeigt darin, dass selbst der aufgeklärte, moderne Mensch sich dem Mythos von Weihnachten nicht entziehen kann. Hier können Sie das Gedicht vom Wunderstern nachlesen.

Lustige Weihnachtsgedichte

Der Weihnachtsmann ist von Natur aus ein lustiger Geselle. Das wissen auch die Kinder, die in heutigen Zeiten zum Glück nicht mehr bangen müssen, ob sie wegen vergangener Untaten nicht doch nur eine Rute bekommen. Lustige Weihnachtsgedichte sind daher eine gute Alternative für heitere Stimmung unterm Weihnachtsbaum!

Der bekannte Komiker Heinz Erhardt hat sich in seinem Gedicht „Feste“ ein paar Gedanken gemacht, warum viele Menschen an Weihnachten Tränen vergießen.

Auch von Loriot alias Vicco von Bülow gibt es ein lustiges Weihnachtsgedicht. Es heißt schlicht „Advent“ und erfreut besonders die Liebhaber des makabren Humors. Für kleine Kinder also eher ungeeignet!

Kinder dagegen haben viel Spaß an den lautmalerischen Versen des bekannten Gedichts vom Bratapfel:


Kinder, kommt und ratet,
was im Ofen bratet!
Hört, wie’s knallt und zischt.
Bald wird er aufgetischt,
der Zipfel, der Zapfel,
der Kipfel, der Kapfel,
der gelbrote Apfel.

Kinder, lauft schneller,
holt einen Teller,
holt eine Gabel!
Sperrt auf den Schnabel
für den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den goldbraunen Apfel!

Sie pusten und prusten,
sie gucken und schlucken,
sie schnalzen und schmecken,
sie lecken und schlecken
den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den knusprigen Apfel.